Tiefstollen-Bunker unter Dortmund

    Unter Dortmund gibt es einen riesigen Bunker, den Tiefstollen Dortmund, der zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs erbaut wurde und quer unter der Innenstadt verläuft. Wir haben alle Eingänge in das verlassene Bunkersystem aufgelistet und recherchiert, welche damals wichtigen Gebäude an das Bunker-Netzwerk des Tiefstollenbunkers angeschlossen waren.

    Der riesige verlassene Bunker unter Dortmund befindet sich knapp 20 Meter unter der Erde und erstreckt sich über 4,5 Kilometer zwischen Hauptbahnhof, Westpark und dem Klinikzentrum. Der verlassene Bunker wurde an den meisten Eingängen dauerhaft verschlossen, doch ist über wenige verbliebene Eingänge weiterhin nahezu vollständig begehbar.

    Eingänge in den versteckten Dortmunder Zivilschutzbunker

    Als der Bunker während des Zweiten Weltkrieges errichtet wurde, trieb man die Tunnel in unterschiedliche Richtungen des Dortmunder Stadtzentrums voran. Dabei wurden 19 Zugänge an zentralen, aber auch an versteckteren Stellen angelegt. Zur Sicherheit wurden die meisten Eingänge in den Bunker in Dortmund verschweißt und nur noch fünf Zugänge blieben begehbar.

    Welche Eingänge es noch gibt, haben wir ausgeblendet (nur für Mitglieder sichtbar).

    Hier befinden sich die letzten Eingänge in Dortmunds Riesenbunker

    Die letzten Eingänge in den riesigen unterirdischen Bunker unter der Ruhrgebietsstadt Dortmund befinden sich an mehreren zentralen Stellen in der Stadt. Häufig sind sie nur unscheinbare Gullideckel, manchmal handelt es sich aber auch um große Stahlplatten, mitten neben einer Hauptstraße. Nachfolgend sind die genauen Positionen dieser Eingänge aufgelistet.

    Wir haben uns dazu entschieden, die genauen Positionen nicht öffentlich zu zeigen, da der Zugang für unerfahrene Besucher extrem riskant ist. Wir geben die genauen Positionen der Eingänge daher nur zu dokumentarischen Zwecken Mitgliedern unserer Community bekannt. Für Mitglieder werden die Koordinaten nachfolgend aufgelistet. Für alle anderen Besucher ist der folgende Text-Block mit der Koordinaten-Liste ausgeblendet.
    Koordinaten-Liste

    Die Koordinaten-Liste wurde zur Sicherheit ausgeblendet und steht zu dokumentarischen Zwecken nur Mitgliedern zur Verfügung.

    Ein Eingang in das Bunkersystem unter Dortmund befindet sich vor einem Bürogebäude.

    (Die genaue Position siehst du an dieser Stelle mit einer Mitgliedschaft.)

    Ein weiterer Eingang in Deutschlands größte Zivilschutzanlage befindet sich direkt gegenüber des Dortmunder »U«. Dieser führte auch in die kleinere Halle, dem Union Zentralstollen. Der Dortmunder Hauptbahnhof verfügt gleich über mehrere Zugänge, die wir bereits in den Koordinaten (nur für Mitglieder der Urbex Community sichtbar) aufgelistet haben. Die zugänglichen Eingänge sind in der Koordinaten-Liste beschrieben und markiert. Verschüttete Eingänge sind genaustmöglich geschätzt und als verschüttet markiert.

    So entstand Deutschlands größter Zivilschutzbunker

    Der größte Zivilschutzbunker Deutschlands liegt unter der Stadt Dortmund, im östlichen Teil des Ruhrgebiets. Unterhalb des Stadtzentrums erstrecken sich die Tunnel der Bunker- und Stollenanlage über 4,5 Kilometer und verbinden damit wichtige Gebäude der Stadt. Oftmals ist sogar vom weltweit größten zivilen Luftschutzstollensystem die Rede. Durch seine vielen Abzweigungen und die Anbindung an das Kanalisationssystem der Stadt Dortmund ist dieses Bunkernetz sehr weitläufig und von vielen Stellen der Stadt zugänglich.

    Erste Bauarbeiten am Stollensystem sollen in den 1930er Jahren begonnen haben, die später von Zwangsarbeitern der NS weitergeführt werden mussten. Um das weitläufige Bunkernetzwerk zu planen, sollen auch Ingenieure des Bergbaus hinzugezogen worden sein. Diese Planung soll damals sogar mit 8,6 Kilometern an Stollen gerechnet haben, von denen bis Kriegsende jedoch nur knapp die Hälfte tatsächlich realisiert wurden.

    Der Bunker soll in mehreren Bauphasen realisiert worden sein. Gab es in den 1930er Jahren den initialen Bau der ersten Bunkerabschnitte, wurde zwischen 1976 und 1984 an weiteren Stollen in dem Bunkernetz unter Dortmund gearbeitet. Auch im Bunker lassen sich die einzelnen Bauphasen erkennen, denn im Gegensatz zu den südlicheren Stollen, ändert sich im nördlichen Teil des Bunkers die Art der Verschalung der gewölbten Tunnel, welche dort mit Metall verkleidet wurden. Hier befinden sich auch die größeren Hallen (unter der Katharinen-Treppe und dem Körnerplatz), in denen Tausende Menschen Schutz finden konnten. Diese Hallen sollten im Endausbau zwei Etagen haben und mit Holz verkleidet werden, um die Bereiche besser zu dämmen. Flure sollten in einzelne Kabinen führen, ein Abwassersystem sowie eine ausgebaut Lüftungsanlage sollten installiert werden. Offenbar unterbrach das Kriegsende den Bau des Bunkers, weshalb der finale Ausbauzustand nie erreicht wurde.

    Das Luftschutzstollensystem war Teil der Strategie zur Evakuierung der Bevölkerung Dortmunds im Falle eines Luftangriffs während des Zweiten Weltkriegs. In der Planung kamen neben den Schutzstollen auch Ausweichführungssitze und Klinikbunker, wie der heute umfunktionierte Bunker in der Beurhausstraße 40 vor.

    Ist der Tiefstollen-Bunker Dortmund zugänglich?

    Der Tiefstollen-Bunker unter Dortmund wurde vor der Öffentlichkeit zur Sicherheit verschlossen, ist aber weiterhin für Rettungskräfte zugänglich.

    Wie viele Eingänge gibt es in den Schutzstollen Dortmund?

    Der Zivilschutzstollen Dortmund wurde mit 19 Eingängen erbaut, von denen noch fünf Eingänge zugänglich sind.

    Wo genau sind die Eingänge in den Bunker?

    Die genauen Positionen in den Bunker werden geheimgehalten, da es lebensgefährlich ist, den verlassenen Bunker zu betreten.

    Diese Gebäude waren an das Bunkernetz angeschlossen

    Eine Reihe von Gebäuden und Einrichtungen, die für die NS in Dortmund von Bedeutung waren, sollten an das weitläufige Bunkernetz unter der Stadt angebunden werden. Das konnten sowohl Regierungsgebäude als auch wichtige Instrumente der Propaganda und infrastrukturelle Einrichtungen sein.

    Bunkereingang im Dortmunder Stadttheater

    Eines der zunächst eher unerwarteterweise an das Bunkernetz angeschlossenen Gebäude ist das Dortmunder Stadttheater, welches sich am Hiltropwall 15 befindet und am 1. Juli 1902 für 1.238.000 Mark erbaut wurde. Sidefact: Einer der Gründer des Theaters war Albert Hoesch, unter dessen Leitung das Stahlwerk HSP Dortmund stand, das durch seinen Vater Leopold gegründet worden war. Albert Hoesch erlebte den Baubeginn des Theaters nicht mehr, weil er 1898 verstarb.
    Das Theater wurde von 1937 bis 1944 vom nationalsozialistischen Intendanten Peter Hoenselaers geführt, der es als konservatives Theater nach den Vorgaben der NS leitete. Als wichtiges Instrument der NS, wurde das Dortmunder Stadttheater ans Bunkernetz angebunden. Am 01.03.1943 erlitt es einen Treffer durch eine Bombe, welcher den gesamten Fundus des Theaters vernichtete. Die Mitarbeiter konnten sich nicht in den Luftschutzstollen flüchten, weil das Theater zu diesem Zeitpunkt noch nicht daran angeschlossen worden war.
    Nach einigen Ausweichorten musste das Theater schließlich am 01.09.1944 auf Anordnung des Reichspropagandaministeriums geschlossen werden. Am 06.10.1944 wurden die Reste des Theaters durch Bombentreffer zerstört.

    Bunkerzugang für die Kreisleitung der NSDAP

    Neben dem Theater befand sich bis zur Reichspogromnacht die Synagoge der Stadt Dortmund. Während der NS-Diktatur bezog die NSDAP mehreren Berichten zufolge Büroräume im Gebäude gegenüber der Synagoge und des Theaters: am Hiltropwall, wo heute die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung ansässig ist. Dort befand sich früher die Reichspostdirektion Dortmund.

    Postämter und Kommunikationsgebäude

    Die Reichspost hatte neben ihrer Aufgabe für Postverkehr auch die Rolle der Hoheitsverwaltung, zu der die Planung ziviler Luftschutzmaßnahmen gehörte. Die Reichspost (auch Oberpostdirektion) war also in die Organisation des zivilen Luftschutzes maßgeblich involviert und sie sollte zugleich den Betrieb der Post krisentauglich gestalten. Im Gegensatz zur heutigen Post, betrieb die Reichspost damals große Teile des Telekommunikationsnetzes und war somit ein nachrichtentechnischer Betrieb, der für die NS-Diktatur eine wichtige Rolle spielte. Demnach wurden die Gebäude der Reichspost resistenter gegen Luftangriffe gebaut und in der Regel mit Luftschutzbunkern ausgestattet. Da der Ausbau des Tiefstollen-Systems noch nicht so weit vorangetrieben worden war, wurde die Reichspost ebenfalls nie an den Bunker angeschlossen.

    Am Hauptbahnhof Dortmund war das Postamt 1 als wichtiges Gebäude in die Planung für die Evakuierung und Krisenführung der Stadt als wichtiger Ort markiert, jedoch wurde eine Anbindung an das Bunkernetz nicht realisiert. Dafür befand sich knapp 200 Meter westlich ein Zugang am Hauptbahnhof.

    Die Position dieses Eingangs wurde entfernt und ist nur für Mitglieder sichtbar.

    Nördlich des Hauptbahnhofs gab es einen Eingang für die dortige Wehrmachtsmeldestelle und die GeStaPo.

    Haupteingänge für die Bevölkerung befanden sich südlich des Hauptbahnhofs auf der Verkehrsinsel am Königswall. Auch direkt vor der Bahnhofshalle gab es einen Zugang.

    Dieser Zugang ist heute noch auffindbar (ausgeblendet).

    Bunkereingang in der Reichsbank

    In unmittelbarer Nähe zur Reichspostdirektion befand sich an der Adresse Hiltropwall 16 auch die Reichsbank. Als besonders wichtige Insitution, sollte sie ebenfalls an das Bunkernetz angebunden werden. Nach dem Krieg musste das Gebäude wieder aufgebaut werden. 1953 bezog die Landeszentralbank das Gebäude und die goldene Figur der Fortuna, der römischen Göttin des Schicksals und des Glücks, von Gerhard Marcks wurde davor aufgestellt. Heute wird das Gebäude von der Deutschen Bundesbank genutzt.

    Krankenhaus Bunker in Dortmund

    In der Nähe der Reichspostdirektion Dortmund, an der Johannesstraße, befindet sich noch heute das St Johannes Hospital, welches über ein eigenes, unterirdisches Bunkersystem verfügte und an das große Stollensystem unter Dortmund angebunden war. Auf der Bunkerseite der Eingangstüre steht der Text „Beschädigt bitte die Tür nicht wieder. Es ist für uns einer der wenigen Flucht- und Rettungswege. Da hört der Spaß strafrechtlich auf. Danke, Reckinger BLB DO.“ In einer SPIEGEL TV Doku vom 20.09.1999 spricht ein Herr Reckinger vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) über die Großstollenanlage Dortmund. Auch in der Reportage „Brutalitaet in Stein – Die Bauten der Nazis – gestern und heute“ kommt er zu Wort.

    Bis zum Johannes Hospital scheint der Ausbau des Bunkernetzwerks also stattgefunden zu haben. Das Krankenhaus war, ebenso wie die Oberpostdirektion und die Reichsbank, in den Planungen als ein wichtiger Infrastruktur-Knoten berücksichtigt worden.

    Die städtischen Krankenanstalten verfügten zwar mit dem bereits zuvor genannten Bunker in der Beurhausstraße 40 über einen eigenen Luftschutzbereich, waren aber nicht an das Dortmunder Stollennetz angeschlossen. Ein Belüftungsturm (51.50876, 7.45644) weist auf die dortigen unterirdischen Anlagen hin. Sie wurden dennoch als wichtige Infrastruktur betrachtet.

    Kirchen im Bunkernetzwerk

    In unmittelbarer Nähe zum Hansaplatz befindet sich die Propstei-Kirche (bekannt als St. Johannes Baptist), die an das Bunkernetz angeschlossen gewesen sein soll. Sie wurde ebenfalls 1943 bei Bombenangriffen größtenteils zerstört und der Bunkerzugang soll verschüttet worden sein.

    Eine weitere Kirche, die an das Dortmunder Bunkernetz angebunden war, war die Petri-Kirche in der Nähe des Hauptbahnhofs. Sie heißt heute Evangelische Stadtkirche Sankt Petri Dortmund. Die genaue Position des dortigen Bunkereingangs haben wir bereits in der Koordinaten-Liste aufgeführt, die nur für Mitglieder sichtbar ist.

    In der Nähe der Suitbertus Kirche, die sich oberhalb des Westparks befindet, gibt es ebenfalls einen erhaltenen Bunkereingang.

    Die genaue Position haben wir ausgeblendet.

    Der Verbindungstunnel sollte von dort in Richtung Süden die Möllerstraße entlang führen, wo die bereits beschriebenen Einstiege hinabführen sollten. In Richtung Osten verband er sich mit dem Tunnel am Hohen Wall.

    Entlang der Möllerstraße, die parallel zum Westpark und damit dem westlichen Friedhof Dortmunds verläuft, wurden fünf Zugänge in das Stollensystem geplant, jedoch nicht vollständig umgesetzt. Unter dem nördlichen Teil des Westparks verläuft ein großer Teil der Tiefstollenanlage Dortmunds. Etwas versteckt, lässt sich im Westpark sogar ein Lüftungsrohr entdecken, das aus dem Boden herausschaut. Die Positionen der Eingänge stehen oben in der Koordinaten-Liste.

    Es gibt dort noch einen Eingang.

    .

    Anbindung von Infrastruktur an den Bunker in Dortmund

    Die Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen an der Straße Hoher Wall, sowie das nördlich davon gelegene Arbeitsamt, waren ebenfalls an das Stollennetz angeschlossen. Beide Gebäude gibt es nicht mehr, denn sie wurden zu Wohnblöcken umgebaut.

    Im Gebäude der ehemaligen Städtischen Sparkasse Dortmund, in dem sich heute das Museum für Kunst und Kulturgeschichte befindet, gab es ebenfalls einen Eingang in den Bunker. Ob dieser noch existiert, konnten wir nicht herausfinden. Auch vor einem weiteren Museum, dem Museumsverband Nordrhein-Westfalen, gab es einen Zugang, den wir bereits aufgelistet haben.

    Es gibt auch einen sehr präsenten Zugang, der nicht wirklich auffällt und sich direkt neben einem weiteren bekannten Ort in der Stadt befindet (ausgeblendet).

    Tatort Dortmund im Tiefstollen-Bunker

    Im Dortmunder Tatort „Du bleibst hier“ spielt eine Szene mit KriPo-Ermittler Peter Faber und dessen Vater in den Bunkeranlagen unter der Stadt Dortmund. Szenen des Films wurden tatsächlich in dem Stollensystem unter Dortmund gedreht, jedoch betont Ute Leopold, die historische Führungen in der Stadt anbietet, dass die Stollenanlage nicht zu besichtigen sei.

    Quellen

    https://ronnyrakete.de/bunker-dortmund
    https://www.waz.de/staedte/dortmund/
    article8454564/unter-dortmund-liegt-die-groesste-luftschutzanlage-der-welt.html
    https://www.wr.de/staedte/dortmund/
    stadtinfo/article10597520/bunker-in-dortmund.html
    https://www.ruhrnachrichten.de/dortmund/stadt-erforscht-riesige-bunkeranlage-unter-dortmund-w1789392-2000622619/
    https://www.die-bergmann-brauerei.de/ausschank/kiosk/
    https://web.archive.org/web/
    20040828214934/https://www.untertage.com/
    presse/nrw/nrw10.htm

    Einige Quellen wurden entfernt und sind nur für Mitglieder sichtbar.

    Weitere Informationen

    Einschätzung des Ortes

    Bekanntheit
    45%
    Gefahr
    65%
    Vandalismus
    15%
    Schwierigkeit des Betretens
    55%

    Adresse von Tiefstollen-Bunker unter Dortmund

    51°30’45.1″N 7°27’03.7″E
    51.512513, 7.451014

    Tiefstollen-Bunker unter Dortmund Wegbeschreibung

    Es gibt 19 Eingänge in das Bunkersystem, von dem noch einige zugänglich sind. Wo genau sich die Eingänge befinden, beschreiben wir im Artikel.

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    Tiefstollen-Bunker unter Dortmund
    Unter Dortmund befindet sich ein riesiges Bunker-Netzwerk, der Tiefstollen Dortmund.
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