Luftwaffen-Stützpunkt Brandis Waldpolenz

Ein Tower, eine Landebahn, riesige Wohngebäude, Hangars und Bunker.

Der als Flugplatz Brandis-Waldpolenz bekannte verlassene Fliegerhorst, befindet sich im ehemaligen Muldentalkreis in Sachsen in der Nähe von Leipzig.
Das Gelände diente als deutscher Fliegerhorst und besaß eine gute Infrastruktur mit eigener Verwaltung und sogar einer Bahnanbindung.

Geschichte des Luftbasis Lost Place Polenz

Im Jahre 1934 wurde eine 1,8 Kilometer lange Landebahn erbaut. Sie war etwa 80 Meter breit und natürlich auffällig aus der Luft. Daher handelte es sich keines Falls um eine geheime Basis.

Zunächst diente die Basis einer Blindflugschule. Insgesamt gab es zwölf Blindflugschulen im Deutschen Reich. Dabei handelte es sich um spezielle Flugschulen der Luftwaffe der deutschen Wehrmacht. Dort wurden Piloten in für Kampffliegerverbände ausgebildet. Doch auch spezielle Ausbildungen wurden hier absolviert. Dazu zählten Fernaufklärungs-, Nachtjagd- oder Seefliegerverbände. Also Flugszenarien mit schwierigen Orientierungs- und Koordinationsmöglichkeiten.
Später diente die Basis als Übungsgelände der Junkers AG, die hier Flugzeuge wie die Sack AS-6 testete.
Dabei handelte es sich um einen Prototyp eines besonderen deutschen Kreisflügelflugzeugs mit kreisförmigen Flügelflächen.
Die Firma, die dieses Flugzeug entwickelte, hieß Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG und hatte ihren Sitz in Dessau. Sie wurde 1936 aus der Verschmelzung von Junkers-Motorenbau GmbH und Junkers-Flugzeugwerk AG gegründet und 1969 aufgelöst.

Während des Betriebs sollte die Basis um eine zweite Landebahn und eine Montagehalle für Raketenjäger des Typs Me 163 erweitert werden. Diese wurden jedoch nie fertiggestellt.

In den Jahren 1944/45 wurde das Gelände von mehreren Bombenangriffen der US Army Air Forces (USAAF) getroffen.

Diese besetzte das Gelände schließlich am 17. April 1945. Am 2. Juli 1945 übernahm die Rote Armee die Luftbasis.
Danach wurden die teils zerbombten Gebäude wiederaufgebaut oder vollständig abgerissen.
Damit wollte man den Stützpunkt wieder aktivieren und als Reservestelle nutzen.

Kampfjets und Hubschrauber in Brandis Waldpolenz

So wurden im Jahre 1954 die ersten MiG-15-Strahljäger stationiert. Bei den Mikojan-Gurewitsch MiG-15 Flugzeugen handelte es sich um sowjetische Jagdflugzeuge die besonders im Koreakrieg zum Einsatz kamen.

Später wurden auf dem Gelände der Luftbasis andere Schlachtflieger und auch Hubschraubereinheiten gelagert.

Ab 1960 wurde die Infrastruktur erweitert und die Landebahn verlängert. Außerdem wurden neue Rollwege zu dieser erbaut und neue Gebäudeausstattungen eingerichtet.
Dank der guten Infrastruktur und Verwaltungseinrichtung, konnte das 239. selbständige Garde-Hubschrauberregiment hier gut stationiert werden.
Ab 1970 wurden eine Wartungshalle für die Hubschrauber des Typs Mi-2 errichtet und weitere Wohngebäude für die stationierten Militärangehörigen erbaut.

1977 erfolgte dann ein Wechsel der Stationierung, bei dem die Transporthubschrauber das 225. selbständige Kampfhubschrauberregiment mit Mi-8 und Mi-24 auf den Stützpunkt Brandis kam.
Dieses wurde 1985 auf den Deutschen Sonderlandeplatz Allstedt verlegt.

Im Jahre 1989 wurde das 485. selbständige Hubschrauberregiment neu formiert und auf der Basis Brandis untergebracht. Dieses setzte sich aus vier weiteren Kampfhubschrauberstaffeln zusammen, die auf unterschiedlichen Basen stationiert waren.

Die letzten Flüge der sowjetischen Einheiten starteten im April und Mai 1992.
Dabei flogen Su-25-Flugzeuge des 357. selbständigen Schlachtfliegerregiments.

Am 29. Mai gleichen Jahres starteten die letzten sowjetischen Kampfhubschrauber der Typen Mi-8 und Mil Mi-24 des 485. selbständigen Hubschrauberregiments.
Im August wurden die letzten Ausrüstungsgegenstände durch eine Antonow des Typs An-12 und durch eine Iljuschin Il-76 abtransportiert.
Danach wurde das Gelände an die deutschen Behörden übergeben.

Heutige Verwendung für den Lost Place Brandis Waldpolenz

Zwischen 2007 und 2011wurde auf dem Bereich der ehemaligen Landebahnen ein riesiger Solarpark errichtet. 2012 wurde außerdem eine Biogasanlage errichtet.
Im März 2021 sind noch 24 Gebäude und Ruinen sowie ein Tower eine Kaserne vorhanden. Die Wohneinheiten sind teils mehrere Etagen hoch.
Neben den Gebäuden sind noch einzelne große Hangars und Verwaltungsgebäude vorhanden. Des Weiteren stehen noch alle drei Hangars, in denen einst verschiedenste Kampfjets und Helikopter standen. Einer der Hangars wurde bis ins Jahr 2005 von der Lipsair AG und danach von einem Airsoftgewerbe genutzt.
Neben den Gebäuden sind außerdem noch sechs Bunkeranlagen erhalten. Dazu zählen Luftschutzbunker, geschützte Generator- und Heizanlagen, Bunker für Boden- und Luftfahrzeuge und zwei weitere Bunker. Die Bunker sind teilweise sehr versteckt, sodass es möglicherweise noch mehr auf dem Gelände gibt.

Weitere Informationen

Einschätzung des Ortes

Bekanntheit
65%
Gefahr
40%
Vandalismus
50%
Schwierigkeit des Betretens
20%

Adresse von Luftwaffen-Stützpunkt Brandis Waldpolenz

Adlerallee, 04821 Brandis, Germany
51.335, 12.654

Luftwaffen-Stützpunkt Brandis Waldpolenz Wegbeschreibung

Das Gelände ist teils umzäunt, um zum Beispiel das Solarfeld zu schützen.
Es gibt viele Zugänge zur ehemaligen Kanalisation auf dem Gelände, die unterirdisch nach Außen führt.

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Ein Tower, eine Landebahn, riesige Wohngebäude, Hangars und Bunker.. Es ist ein ganz besonderer Lost Place. Wir haben ihn dokumentiert und über Hintergründe recherchiert.

Das Gelände ist teils umzäunt, um zum Beispiel das Solarfeld zu schützen.
Es gibt viele Zugänge zur ehemaligen Kanalisation auf dem Gelände, die unterirdisch nach Außen führt.

Beim Betreten solltest du dich dennoch über geltene Rechte informieren und den Lost Place nicht alleine betreten.
Du findest diesen Ort unter Adlerallee, 04821 Brandis, Germany. Bitte informiere dich zuvor über Rechte und Gefahren.

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